Fingerfehlbildungen, schnellende Daumen oder Finger

Fehlbildungen der Hand oder der Finger können erblich bedingt oder durch Umwelteinflüsse auf den Fötus erworben sein; auf jeden Fall entwickelt sich dieses Phänomen bereits vor der Geburt. So vielgestaltig die Hand in ihren Knochen- und Gewebestrukturen ist, so vielfältig können auch die Fehlbildungen ausfallen. Finger können beispielsweise zu kurz sein oder ganz fehlen. Auch sechsfingrige (überzählige Finger bzw. Fingerglieder) Hände kommen gar nicht so selten vor (z. B. Hexadaktylie = Sechsfingrigkeit). Bei diesem auch Polydaktylie genannten Phänomen handelt es sich um eine genetisch bedingte Besonderheit, bei der das Kind über mehr als die üblichen fünf – meist sechs – Finger und Zehen verfügt. Häufig ist eine Operation aus ästhetischen Gründen angezeigt; in vielen Fällen können wir durch einen Eingriff die Funktionstüchtigkeit der betroffen Hand bzw. des Fußes verbessern. Allerdings dürfen wir nicht nur äußerliche Gesichtspunkte berücksichtigen: In vielen Fällen deutet die Polydaktylie auf angeborene Syndrome hin, bei denen Vielfingrigkeit nur ein Symptom unter vielen ist. Diese möglichen Erkrankungen müssen wir abklären.

Aus den vorgenannten Gründen entscheiden wir mit Ihnen als Eltern gemeinsam und bei jeder Patientin/ jedem Patienten individuell, ob und wenn ja welche medizinische Maßnahme angezeigt ist.

Anders als bei Erwachsenen handelt es sich beim schnellenden Daumen/Finger bei Kindern nicht um eine Verschleißerkrankung. Wir bezeichnen damit eine angeborene Verdickung der Beugesehne. Betroffen ist meist der Daumen. Patienten/innen mit dieser Erkrankung können den Daumen oder Finger schlecht beugen. Erhöhen sie den Kraftaufwand und überwinden sie den gespürten Widerstand, schnellt das betroffene Glied blitzartig in die Beuge, daher stammt auch der Name. Mit einem ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung erzielen wir in der Regel sehr gute Erfolge.

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