Hodenhochstände

Die Hoden bewegen sich bei normaler Entwicklung während des siebten Schwangerschaftsmonats aus der Bauchhöhle über die Leiste in den Hodensack. Hoden sind im Hodensack tastbar. Bleibt diese Bewegung aus und verbleiben ein oder zwei der Keimdrüsen im Bauch bzw. im Leistenkanal, sprechen wir von einem Hodenhochstand. Diese Fehllage findet sich bei ca. drei Prozent aller Neugeborenen; früh geborene Jungen sind bis zu zehnmal häufiger betroffen. Als Ursachen kommen anatomische Besonderheiten oder hormonelle Störungen in Frage. Die Hoden sind in ihrer Funktion eingeschränkt; die falsche Lage kann daneben zu einer dauerhaften Störung der Drüse führen.

Wir erkennen den Hodenhochstand durch eine einfache Tastuntersuchung. Mit Bildgebenden Verfahren lokalisieren wir die Hoden. Eine Hormontherapie führt in einem Viertel der Fälle zum Erfolg; ansonsten ist ein kleiner Eingriff geboten. Über einen Schnitt in die Leistengegend verschaffen wir uns den Zugang. Wir befördern den Hoden, die Samenstränge und die versorgenden Gefäße in den Hodensack und vernähen die Drüse an ihrem Bestimmungsort. Dieses Verfahren gilt für den Leistenhoden, für andere Formen des Hochstands wenden wir alternative Eingriffsformen an.

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